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Die Roten Raben Vilsbiburg haben nach zwei erfolgreichen Jahren in der Sparda 2. Liga Pro einen Lizenzantrag für die 1. Bundesliga Frauen eingereicht. Foto: Sina Hammer.

Die Roten Raben Vilsbiburg haben nach zwei erfolgreichen Jahren in der Sparda 2. Liga Pro einen Lizenzantrag für die 1. Bundesliga Frauen eingereicht. Foto: Sina Hammer.

Die Roten Raben Vilsbiburg haben fristgerecht die Lizenz für die 1. Bundesliga Frauen zur Saison 2026/27 beantragt. Nach zwei Jahren in der Sparda 2. Liga Pro kehrt der traditionsreiche Club aus Niederbayern in die höchste deutsche Spielklasse zurück. Das Oberhaus des deutschen Frauenvolleyballs erreicht in der kommenden Spielzeit somit die Regelstaffelstärke von zwölf Teams.


Nach dem freiwilligen Rückzug zur Saison 2024/25 haben die Roten Raben Vilsbiburg nach zwei Jahren der Konsolidierung und des Neuaufbaus fristgerecht ihren Lizenzantrag eingereicht, um in die 1. Bundesliga Frauen zurückzukehren. Die Roten Raben zählen zu den traditionsreichsten und erfolgreichsten Vereinen im deutschen Volleyball: 2008 und 2010 gewann der Club die deutsche Meisterschaft, zudem stehen die DVV-Pokalsiege 2009 und 2014 in der Vereinsbilanz.

„Wir freuen uns sehr, dass mit den Roten Raben Vilsbiburg ein echtes Traditionsteam in die 1. Bundesliga Frauen zurückkehrt. Der Standort hat den deutschen Frauenvolleyball über viele Jahre geprägt und sich mit Meister- und Pokaltiteln einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert“, erklärt VBL-Geschäftsführerin Kim Oszvald-Renkema. „Dass sich der Club nach einer Phase der Neuorientierung nun wieder für die 1. Bundesliga aufstellt, ist ein starkes Signal. Mit den Raben haben wir wieder zwölf Teams in der Liga und einen Verein, der für professionelle Nachwuchsarbeit und große Identifikation in der Region steht.“

Wirtschaftliche und strukturelle Neuaufstellung

Die zwei Jahre in der Sparda 2. Liga Pro wurden in Vilsbiburg intensiv zur ökonomischen Konsolidierung und zur sportlichen Neuausrichtung genutzt. In Sachen Wirtschaftlichkeit betont Klaus-Peter Jung, der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Roten Raben, dass sie aktuell mit allen Sponsoren und Unterstützern der Roten Raben Gespräche führen. Sein erstes Fazit: „Es sieht gut aus, die meisten Sponsoren haben uns ihre weitere finanzielle Unterstützung zugesagt.“ Es sei aber auch klar, dass die Roten Raben ein höheres Budget brauchen, wenn sie in der 1. Volleyball Bundesliga bestehen wollen. Jung ist allerdings zuversichtlich, dass dies machbar ist.

Auch Cheftrainer Guillermo Gallardo ist von den strukturellen Bedingungen und der sportlichen Leistungsfähigkeit des Standorts überzeugt: „Vilsbiburg hat von seiner Infrastruktur alle Voraussetzungen für die 1. Bundesliga. Jetzt ist der richtige Moment für den Aufstieg.“

Der Weg in die 1. Liga

In der Sparda 2. Liga Pro erspielten sich die Roten Raben bereits in ihrem ersten Jahr in der Saison 2024/25 die Vizemeisterschaft – in der aktuellen Spielzeit liegt das Team derzeit an der Tabellenspitze. Vilsbiburg hat den klaren Anspruch formuliert, als Meister das Aufstiegsrecht wahrzunehmen. Mit zehn Punkten Vorsprung vor den zweitplatzierten Straubingerinnen und 16 Punkten Vorsprung auf Tabellenplatz vier können die Niederbayerinnen fünf Spieltage vor Saisonende nicht mehr von den zum Aufstieg berechtigenden Plätzen verdrängt werden, da kein weiteres Team einen Lizenzantrag für die 1. Bundesliga Frauen gestellt hat.

Zur Saison 2026/27 hat die Volleyball Bundesliga ihr Lizenzierungsverfahren erstmals vom Anmelde- auf das Abmeldeprinzip umgestellt. Vereine, die in ihrer jeweiligen Spielklasse bleiben möchten, müssen somit keinen neuen Lizenzantrag mehr stellen. Kim Oszvald-Renkema zeigte sich erfreut, dass alle übrigen Standorte der 1. Bundesliga auch in der kommenden Saison an Bord bleiben. Der nächste Schritt auf dem Weg in die neue Spielzeit ist für alle Vereine die wirtschaftliche Lizenzierung am 15. Mai.

Stuttgart freut sich auf Vilsbiburg

Aurel Irion, Geschäftführer der stuttgart indoors GmbH, der Spielbetriebsgesellschaft von Allianz MTV Stuttgart freut sich, dass Vilsbiburg wieder in der Beletage zurück ist: "Für uns Bundesligisten war es im April 2024 eine herbe Enttäuschung, dass die Roten Raben nach 33 Jahren ununterbrochener Ligazugehörigkeit sich verabschiedet haben und Bayern in der ersten Liga der Frauen ein weißer Fleck geworden ist. Die strukturellen Voraussetzungen einschließlich der Jugendarbeit waren in Vilsbiburg immer schon erstklassig, vielleicht sogar besser als an manch anderem Standort. Daher freuen wir uns sehr, dass mittlerweile auch die finanziellen Begebenheiten wieder so stabil sind, die einen Betrieb in der ersten Liga ermöglichen. Für die gesamte Liga ist dies nach dem Wegfall des SC Potsdam eine positive Entwicklung, auch wenn wir abseits von Leuchtturmveranstaltungen wie dem Pokalfinale, weiterhin gemeinsam daran arbeiten müssen, dass die finanziellen und strukturellen Voraussetzungen der Erstligisten weiter gestärkt werden."