Die Saison 2025/26 von Allianz MTV Stuttgart lässt sich als ambivalent beschreiben: geprägt von hohen Erwartungen, starken internationalen Auftritten, aber letztlich auch von bitteren Momenten in den entscheidenden nationalen Wettbewerben. Am Ende bleibt eine Saison mit starker Hauptrunde, einem letzten Pokalfinale in Mannheim, aber ohne Titel...
Schon vor Saisonbeginn war klar, dass Stuttgart erneut zu den Topfavoriten zählen würde. Der Kader war qualitativ hochwertig besetzt, die Mischung aus langjährigen Spielerinnen mit viel Erfahrung und jungen Talenten versprach Stabilität und Entwicklung zugleich. Der Bundesliga-Rückblick auf die Saison 2025/26 von Allianz MTV Stuttgart zeigt ein Team, das über weite Strecken der Hauptrunde in der Volleyball Bundesliga überzeugte und seine Titelambitionen eindrucksvoll unterstrich. Mit konstant starken Leistungen erspielte sich Stuttgart eine hervorragende Ausgangsposition für die Play-offs und galt als klarer Anwärter auf das Finale.
Auch international wusste das Team zu überzeugen. Im CEV Cup präsentierte sich Stuttgart konkurrenzfähig und spielte sich mit teils beeindruckenden Leistungen weit nach vorne. Besonders bemerkenswert war die mannschaftliche Geschlossenheit in engen Spielen gegen starke europäische Konkurrenz. Auch wenn der ganz große Wurf ausblieb, konnte sich Stuttgart auf internationaler Bühne profilieren und wichtige Erfahrungen sammeln.
Im DVV-Pokal verlief der Weg von Allianz MTV Stuttgart in der Saison 2025/26 über mehrere überzeugende, aber unterschiedlich anspruchsvolle Partien. Zum Auftakt gegen den Außenseiter aus Waldgirmes dominierte Stuttgart klar das Geschehen. Mit druckvollen Aufschlägen und einer stabilen Block-Abwehr ließ man dem Gegner kaum Entfaltungsmöglichkeiten und gewann die Partie souverän in drei Sätzen. Auch im Viertelfinale gegen Stralsund zeigte sich ein ähnliches Bild: Stuttgart kontrollierte das Spiel von Beginn an, rotierte im Kader und nutzte die Partie, um Rhythmus aufzunehmen, ohne ernsthaft in Gefahr zu geraten.
Deutlich mehr gefordert war das Team dann im Halbfinale gegen Schwerin. In diesem Duell auf Augenhöhe entwickelte sich ein intensives Spiel mit langen Ballwechseln und wechselnden Führungen. Stuttgart überzeugte vor allem in den entscheidenden Phasen mit größerer Konsequenz im Angriff und einer stabileren Annahme, wodurch sich das Team letztlich dann auf dem Papier mit 3:0 deutlich durchsetzen konnte. Dieses Spiel galt bereits als echter Gradmesser auf dem Weg ins Finale.
Der erste große Dämpfer der Saison folgte jedoch im DVV-Pokal. Der Einzug ins Finale war zunächst ein Beleg für die Konstanz des Teams, doch gerade dort offenbarte Stuttgart ungewohnte Schwächen. Im Endspiel wirkte die Mannschaft phasenweise gehemmt, konnte ihr gewohntes Spiel nicht durchziehen und ließ sich vom Gegner taktisch überraschen. Fehlende Konsequenz in entscheidenden Ballwechseln und eine ungewöhnlich hohe Fehlerquote führten letztlich dazu, dass der sicher geglaubte Titel ausblieb. Diese Niederlage traf das Team sichtbar – sowohl sportlich als auch mental.
Mit dem Pokalfinale im Hinterkopf ging Stuttgart in die Play-offs der Bundesliga. Die Erwartungen waren weiterhin hoch, schließlich hatte man die reguläre Saison überzeugend absolviert. Bereits im Viertelfinale geriet der Rhythmus ins Stocken: gegen das deutlich schwächere achtplatzierte Team aus Erfurt gewann man knapp daheim im Tie-Break mit 2:3, auswärts wurde es besser, aber nicht überzeugend. Im Halbfinale war dann Schluss. Gegen einen gut eingestellten Gegner aus Dresden fehlte in entscheidenden Momenten die letzte Konsequenz und man verlor beide Spiele knapp mit 2:3 bzw. 3:2. So blieb trotz einer insgesamt starken Saison am Ende die Enttäuschung über das verpasste Finale.
Das Ausscheiden im Finale des Pokals sowie im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft war letztlich eine Enttäuschung, die die gesamte Saisonbilanz beeinflusst. Gerade weil Stuttgart in vielen Spielen seine Qualität unter Beweis gestellt hatte, wog das Verpassen umso schwerer. Es entstand der Eindruck, dass die Mannschaft zwar über enormes Potenzial verfügt, dieses aber nicht immer dann abrufen konnte, wenn es am wichtigsten war.
Dennoch sollte die Saison nicht ausschließlich negativ bewertet werden. Die konstante Leistung in der Liga, die internationalen Auftritte im CEV Cup und die Entwicklung einzelner Spielerinnen zeigen, dass die Basis für zukünftige Erfolge vorhanden ist. Entscheidend wird sein, aus den Rückschlägen im Pokalfinale und im Play-off-Halbfinale die richtigen Lehren zu ziehen. Erkennbar war, dass in den entscheidenden Situationen Leader in der Mannschaft und Impulse von der Seitenlinie gefehlt haben, um mit der entsprechenden Erfahrung konzentriert, clever und taktisch klug das Ruder herumzureißen. Insbesondere in der Crunch-Time war mehrfach auffallend, dass die Mannschaft dem Druck nicht standhalten konnte. Daran gilt es zu arbeiten und entsprechende Charaktere zu integrieren.
Für die kommende Spielzeit wird es darauf ankommen, die mentale Stärke in Drucksituationen zu verbessern und taktisch noch flexibler zu agieren. Gelingt es, diese Aspekte weiterzuentwickeln, dürfte Allianz MTV Stuttgart auch künftig eine zentrale Rolle im deutschen und europäischen Volleyball spielen – mit dem klaren Ziel, die verpassten Titel nachzuholen.









