Klare Angelegenheit in Stuttgart. (Foto: Tom Bloch | www.tombloch.de)

Allianz TV Stuttgart hat das erste Viertelfinal Playoff gegen die Roten Raben Vilsbiburg souverän und jederzeit ungefährdet mit 3:0 (25:19, 25:15, 25:14) für sich entschieden. Die klar favorisierten Stuttgarterinnen gehen damit in der Best-of-Three Serie mit 1:0 in Führung und stehen mit einem Bein im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft.

Nach zuletzt zwei Partien mit Überlänge gegen Schwerin und Minsk, die jeweils knapp im Tie-Break verloren gingen, war die Sache diesmal eindeutig. Nur drei Sätze und 123 Punkte wurden innerhalb einer knappen Stunde in der Stuttgarter SCHARRena gespielt, bis der Sieger feststand. Nach drei Heimspielen in nur acht Tagen waren diesmal nur 1300 Zuschauer in die Halle gekommen um ihr Team auf dem Weg in der Endrunde zu unterstützen, darunter auch zahlreiche Anhänger der Raben, die sich immer wieder lautstark bemerkbar machten.
Stuttgart startete gegenüber dem letzten Ligaspiel gegen Schwerin wieder mit Molly McCage und Nika Daalderop in der Anfangsformation. Bis auf Julia Schaefer, die eine Mandelentzündung auskuriert, waren alle Spielerinnen fit. Bei Vilsbiburg stand diesmal die Slowenin Anja Zdovc als Libera auf dem Feld.
Stuttgart ging konzentriert in die Partie, man wollte den Gegner auf keinen Fall unterschätzen. Den ersten Punkt erzielte aber Leonie Schwertmann für das Team aus Niederbayern. Doch Stuttgarts Nika Daalderop hielt gleich dagegen. Nach dem zwischenzeitlichen 2:2 konnte sich ihre Mannschaft erstmals klar absetzen. Vilsbiburgs Laura Künzler hatte Probleme, die Aufschläge von Deborah van Daelen zu kontrollieren. Die Break-Serie brachte Stuttgart einen frühen Vorsprung mit fünf Punkten ein. Vilsbiburgs Coach Timo Lippuner nahm beim Spielstand von 11:6 eine erste Auszeit und tatsächlich konnte sich sein Team in der Folge wieder bis auf zwei Zähler heranarbeiten. Stuttgart fehlte phasenweise die Präzision in der Annahme, aber Michaela Mlejnková stellte bis zur Crunch Time mit mehreren Punkten den alten Vorsprung wieder her. Timo Lippuner nahm noch eine Auszeit und brachte zum Satzende Vanessa Agbortabi für Laura Künzler. Seine Spielerinnen fanden aber kein Mittel gegen die immer druckvolleren Angriffe der Stuttgarterinnen. Nika Daalderop sorgte nach 19 Minuten für das entscheidende 25:19 zum Satzgewinn.
Unverändert gingen die Teams in den zweiten Satz. Nachdem Stuttgart sich zunächst leicht absetzen konnte, machten die Raben über Jennifer Pettke und Vanessa Agbortabi mehr Druck und kamen bis auf 8:8 wieder heran. Jetzt wurde aber Stuttgart seiner Favoritenrolle gerecht. Zunächst brachte Paige Tapp im ersten Tempo ihr Team wieder in Front, danach sorgte eine Break-Serie von Michaela Mlejnková für einen erneuten Vorsprung mit sechs Punkten. Die Spielerinnen von Allianz MTV Stuttgart waren sich auch für keinen Fight zu schade. Deborah van Daelen holte einen Ball weit hinter dem Netz zurück ins eigene Feld, der anschließende Punkt ging unter dem tosenden Applaus der Zuschauer an die Mädels in den blauen Trikots. Immer weiter enteilten jetzt die Schwäbinnen. Timo Lippuner brachte wieder Laura Künzler für die Kapitänin Lena Stigrot und wechselte beim Stand von 18:9 Clarissa Sagardia als Zuspielerin ein. Sein Gegenüber, Giannis Athanasopoulos, hatte eigentlich keine Notwendigkeit etwas zu ändern. Mit einem Doppelwechsel auf der Diagonal- und Zuspielposition versuchte er zum Satzende dennoch den Angriffsdruck hoch zu halten und den Satz schnell zu beenden. Seine Strategie ging auf, es kam nicht mehr zum Rückwechsel. Mit 25:15 ging auch der zweite Satz an sein Team.
Im letzten Satz konnte Stuttgart seine Überlegenheit erneut früh in Punkte umsetzten. Mit einem deutlichen 8:3 ging es in die erste technische Auszeit, kurz danach wurde die Führung sogar auf 11:4 ausgebaut. Für die Stuttgarter Punkte sorgten in dieser Phase Michaela Mlejnková, Nika Daalderop und Molly McCage. Nach einer weiteren Vilsbiburger Auszeit kam das Team aus Niederbayern noch einmal mit Wucht zurück. Mit einem fulminanten Zwischensprint und erfolgreicher Blockarbeit rückten Jennifer Pettke & Co. bis auf einen Zähler zum 12:11 wieder heran. Danach war es Deborah van Daelen, die dem Treiben ein Ende setzten konnte und für ihr Team wieder die Punkte sammelte.
Das Vilsbiburger Aufbäumen war jäh vorbei, Stuttgart dominierte den Satz bis zum Ende deutlich. Michaela Mlejnková schlug ein Ass nach dem anderen, Paige Tapp versenkte den Ball im Stile einer Basketballerin im gegnerischen Feld und plötzlich lag man mit elf Punkten vorn. Die eingewechselte Jenna Potts holte den Matchball heraus und nach einem Netzball von Dayana Segovia Elles war der verdiente Sieg für Stuttgart unter Dach und Fach.
Suttgart geht nun mit dem guten Gefühl der Führung in das zweite Match gegen Vilsbiburg und kann dort die vorzeitige Entscheidung herbeiführen. Mit einem Lächeln im Gesicht sagte Femke Stoltenborg nach dem Spiel: „Natürlich sind Spiele schöner als Training, aber wir wollen kein drittes Spiel gegen Vilsbiburg und deshalb am nächsten Samstag schon alles klar machen. Wir sind gut drauf, aber wichtig ist es den Gegner jetzt nicht zu unterschätzen“. Bevor es soweit ist, steht für ihr Team im CEV-Cup noch eine fordernde Reise nach Minsk an.
Die MVP Wahl der beiden Trainer fiel auf Jennifer Pettke (Silber) und Michaela Mlejnková (Gold). Michaela Mlejnková war mit 17 Zählern die erfolgreichste Punktesammlerin an diesem Abend.


Die Starting Six von Vilsbiburg: Lena Stigrot, Leonie Schwertmann, Dayana Segovia Elles, Laura Künzler, Jennifer Pettke, Ilka van de Vyver, Libera: Anja Zdovc
Die Starting Six von Allianz MTV Stuttgart: Michaela Mlejnková, Paige Tapp, Deborah van Daelen, Nika Daalderop, Molly McCage, Femke Stoltenborg, Libera: Teodora Pušić


Die Viertelfinal Playoffs werden im Modus Best-of-Three ausgetragen. Die zweite Partie zwischen Allianz MTV Stuttgart und den Roten Raben findet am Samstag, den 24.3 um 19:00 in Vilsbiburg statt.
Nur wenn nach diesem Spiel noch kein Gesamtsieger feststeht, wird am 28.3 um 19:00 Uhr ein drittes Spiel in der Stuttgarter SCHARRena ausgetragen.

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