Früher wurden Trauben mit den Füßen gestampft, heute wird gekurbelt. Hygiene nennt sich das. Für Team Sport war es trotzdem eine schweißtreibende Angelegenheit. Beim Traubenpressen auf dem Stuttgarter Weindorf mussten VfB-Chef Alexander Wehrle, TVB-Handballer Max Häfner und unsere Volleyballerin Pia Kästner zeigen, dass sportliche Leistungsfähigkeit auch zwischen Dornfelder-Reben und Weinpresse gefragt ist.
Die Aufgabe klang zunächst nach einem Heimspiel für die drei. Schließlich bringen sie gemeinsam reichlich Sporterfahrung mit. Drei Eimer Trauben mussten zur Mühle getragen und verarbeitet werden. Erst wenn der erste Eimer vollständig gemahlen war, durfte der zweite geholt werden. Danach folgte der dritte. Insgesamt 24 Kilogramm Dornfelder.
Was sollte da schon schiefgehen?
Nun ja: die Wade. Und der Meniskus.
Alexander Wehrle hatte sich beim Wandern einen kleinen körperlichen Warnhinweis eingefangen. Bei Max Häfner meldete sich nach zwei Trainingseinheiten täglich der Meniskus. Damit war schnell klar: Die beiden Herren mussten ihre Kräfte einteilen. Oder anders gesagt: Sie kurbelten, während Pia Kästner rannte.
Und sie rannte ordentlich.
Während Kästner die Eimer zur Mühle schleppte, drehten Wehrle und Häfner an der Kurbel, als ginge es um den Aufstieg in die nächste Liga. Eimer für Eimer verschwand die Traubenladung in der Maschine. Keine taktische Auszeit, kein Videobeweis, kein Trainer, der noch schnell eine Variante ansagt. Nur kurbeln.
Nach 44 Sekunden waren alle 24 Kilogramm verarbeitet.
Das war durchaus respektabel. Für einen Moment durfte Team Sport sogar hoffen, dass die Konkurrenz diese Zeit erst einmal knacken musste. Doch dann kam Team Vielfalt.
Lukas Knupfer rannte, Sina Will und Tam Gücklhorn kurbelten – und zwar mit einer Konsequenz, die Team Sport den Sieg kostete. Nach 36 Sekunden war Schluss. Acht Sekunden schneller als die Sportler.
Acht Sekunden. Im Sport eine Ewigkeit.
Immerhin konnte Team Sport auf einen Vorteil verweisen, den die anderen nicht hatten: Fritzle. Das Maskottchen des VfB Stuttgart war gemeinsam mit Jonny Blue vom TVB Stuttgart und Charly von Allianz MTV Stuttgart für das Maskottchen-Team am Start. Und da zeigte sich schnell: Ein dickes Fell ist zwar praktisch, wenn es draußen kalt ist oder die Ergebnisse mal nicht stimmen. Beim Traubenpressen ist es allerdings eher hinderlich.
Charly musste die Eimer schleppen, Fritzle und Jonny Blue kurbelten. Und kurbelten. Und kurbelten. Unter den Kostümen stieg die Temperatur offenbar schneller als der Puls bei einem entscheidenden Bundesligaspiel.
Am Ende gab es dennoch Grund zur Freude. Wengerter Andi Zaiß maß 80 Grad Öchsle. Der Traubensaft konnte probiert werden – von Sportlern, Politikern, Maskottchen und Zuschauern.
Und vielleicht ist das ohnehin die wichtigste Erkenntnis dieses Wettbewerbs: Team Sport musste zwar die Bestzeit dem Team Vielfalt überlassen. Aber immerhin wissen Alexander Wehrle, Max Häfner und Pia Kästner jetzt, dass man 24 Kilogramm Dornfelder auch mit angeschlagener Wade und lädiertem Meniskus in 44 Sekunden durch die Mühle bekommt.
Für den VfB wäre das vermutlich keine schlechte Transferbilanz.
Bei unserem Medienpartner Regio TV findet Ihr einen Beitrag zum Traubenpressen.
https://www.stuttgarts-schoenster-sport.de/news/25-teamnews/1436-wehrle-kurbelt-kaestner-rennt-team-sport-im-traubenstress#sigProId95b242c8b8









