Jetzt zählt jedes Spiel: Für Allianz MTV Stuttgart beginnt am Sonntag die neue Saison im zoi DVV-Pokal. Im Achtelfinale trifft das Team von Cheftrainer Konstantin Bitter auswärts auf den TV Dingolfing. Anpfiff in der Sporthalle Höll-Ost ist am 8. November um 15 Uhr. Gegen den aktuellen Tabellenführer der 2. Bundesliga Süd geht Stuttgart als klarer Favorit in die Partie.
Mit dem Achtelfinale beginnt für Allianz MTV Stuttgart ein Wettbewerb, der seine ganz eigenen Gesetze schreibt. Anders als im Ligaalltag gibt es im Pokal keine Möglichkeit, eine Niederlage eine Woche später wieder gutzumachen. Ein Spiel entscheidet über Weiterkommen oder Ausscheiden – und genau diese besondere Ausgangslage sorgt Jahr für Jahr für eine ganz eigene Atmosphäre.
„Der Pokal ist immer etwas Besonderes, weil es keine zweite Chance gibt. Man muss an diesem einen Tag bereit sein und von Beginn an die richtige Intensität auf das Feld bringen“, sagt Cheftrainer Konstantin Bitter vor dem Pokalauftakt.
Für Stuttgart beginnt damit gleichzeitig die neue MISSION KÖLN. Das große Ziel aller Teams ist in dieser Saison erstmals die LANXESS arena in Köln. Dort wird am 27. Februar 2027 das zoi DVV-Pokalfinale ausgetragen. Die Viertelfinals der Frauen folgen bereits am 21. und 22. November, die Halbfinals am 8. und 9. Dezember.
Der Gegnercheck
Der TV Dingolfing spielt bislang eine starke Saison und führt aktuell die Tabelle der 2. Bundesliga Süd an. Nach fünf Ligaspielen stehen vier Siege und elf Punkte zu Buche Zuletzt setzten die Niederbayerinnen mit einem deutlichen 3:0-Erfolg gegen den TV SUSPA Altdorf die Serie von ungeschlagenen Partien fort. Es war bereits der vierte Sieg in Serie. Besonders bemerkenswert: Dingolfing setzte sich gegen den zuvor ebenfalls gut gestarteten Gegner in nur 74 Minuten mit 25:16, 25:23 und 25:22 durch und übernahm damit die Tabellenführung.
Cheftrainer Andreas Urmann verfügt dabei über einen Kader, in dem erfahrene Spielerinnen ebenso ihre Rolle finden wie junge Talente. Gegen Altdorf kamen alle zwölf Spielerinnen zum Einsatz. Mit Alessia Schmidt und Seona Nganaba standen dabei unter anderem zwei erst 15 beziehungsweise 16 Jahre alte Spielerinnen auf dem Feld.
Souverän durch die Qualifikation
Dass die „Dingos“ im Achtelfinale stehen, haben sie sich eindrucksvoll erarbeitet. Als Bayerischer Pokalsieger und Regionalpokalsieger Südost musste Dingolfing zunächst durch die Qualifikationsrunde zur Hauptrunde.
Dort gastierte das Team bei den Barock Volleys MTV Ludwigsburg und ließ dem Drittligisten beim 3:0-Erfolg (25:11, 25:15, 25:21) kaum eine Chance. Nach nur drei Sätzen war das Ticket für das Achtelfinale gelöst – und damit auch das Duell mit Allianz MTV Stuttgart perfekt.
Für Dingolfing ist die Begegnung eines der sportlichen Highlights der bisherigen Saison. Bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren stehen die Niederbayerinnen unter den letzten 16 Mannschaften im deutschen Pokal. 2023 empfingen sie in dieser Runde die Ladies in Black Aachen.
Stuttgart legt im Pokal los
Allianz MTV reist seinerseits mit einem insgesamt starken Saisonstart im Rücken nach Niederbayern. In der Bundesliga steht Stuttgart nach sechs Spielen bei fünf Siegen und 16 Punkten auf Tabellenplatz zwei. Erst im vergangenen Heimspiel gegen den VC Wiesbaden musste das Team seine erste Niederlage hinnehmen. Nach einer 2:0-Satzführung kämpften sich die Gäste zurück und entschieden den Tiebreak knapp mit 16:14 für sich.
Gerade im Pokal soll der Blick nun aber wieder nach vorne gehen.
„Natürlich haben wir das Wiesbaden-Spiel aufgearbeitet. Gleichzeitig beginnt mit dem Pokal jetzt ein neuer Wettbewerb. Unser Fokus liegt komplett auf Dingolfing und darauf, unsere Qualität über die gesamte Partie konsequent abzurufen.“
Für Stuttgart wird es insbesondere darauf ankommen, die klare Favoritenrolle von Beginn an anzunehmen. In Spielen wie diesen kann ein Zweitligist vor heimischem Publikum komplett befreit auftreten, während vom Erstligisten ein Weiterkommen erwartet wird. Entsprechend wichtig werden ein druckvoller Aufschlag, eine konzentrierte Annahme und vor allem die Konsequenz im eigene Angriffsspiel sein.
„Wir wollen dem Spiel von Anfang an unseren Stempel aufdrücken. Im Pokal wollen und werden wir nicht darauf warten, dass sich eine Partie von alleine entwickelt. Wir werden präsent sein, Druck erzeugen und gleichzeitig geduldig bleiben.“.
Die Erinnerung an Mannheim ist noch frisch
Dass Allianz MTV weiß, welche Emotionen dieser Wettbewerb bereithält, zeigte nicht zuletzt die vergangene Saison. Stuttgart schaffte den Sprung bis ins zoi DVV-Pokalfinale in Mannheim und lieferte sich dort vor über 12.000 Zuschauerinnen und Zuschauern einen Fünf-Satz-Krimi mit dem VfB Suhl LOTTO Thüringen.
Nach einem 0:2-Satzrückstand kämpfte sich Stuttgart zurück, erzwang den Tiebreak und musste sich schließlich denkbar knapp mit 13:15 im entscheidenden Durchgang geschlagen geben. Suhl gewann das Finale mit 3:2.
Die Erfahrung zeigt gleichzeitig, wie lang der Weg bis zu einem Finale ist. Deshalb richtet sich der Blick nicht auf Köln, sondern zunächst ausschließlich auf die erste Hürde.
„Natürlich wissen wir, was für ein Erlebnis ein Pokalfinale ist. Aber der Weg dorthin beginnt am Sonntag in Dingolfing. Alles andere spielt für uns momentan keine Rolle.“
Ein Spiel, eine Chance
Die Rollen mögen auf dem Papier klar verteilt sein, doch genau Begegnungen wie diese machen den Reiz des zoi DVV-Pokals aus: Ein Zweitligist empfängt einen erfolgreichen Bundesligisten. Eine volle, enge Halle trifft auf K.O.-Atmosphäre.
Allianz MTV Stuttgart will dabei seiner Favoritenrolle gerecht werden und das Ticket für das Viertelfinale lösen.
Da mit Dingolfing ein Zweitligist Heimrecht besitzt, wird die Partie kostenfrei über den YouTube-Kanal von Dyn Volleyball übertragen.









