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Foto: Jens Körner - Bildermacher Sport

Foto: Jens Körner - Bildermacher Sport

Der Ligaalltag macht kurz Pause, stattdessen beginnt die MISSION KÖLN: Am Sonntag startet Allianz MTV Stuttgart auswärts in Dingolfing in den zoi DVV-Pokal 2026/2027. Nach dem Finaleinzug in der vergangenen Saison möchte das Team von Cheftrainer Konstantin Bitter auch in diesem Jahr wieder möglichst lange im Wettbewerb bleiben. Das große Ziel aller Teams: das Pokalfinale am 27. Februar 2027, das erstmals in der LANXESS arena in Köln ausgetragen wird.


Konstantin, was macht den zoi DVV-Pokal für dich persönlich zu einem so besonderen Wettbewerb?

Der Pokal ist ehrlich und gnadenlos. Du kannst dir nichts über eine lange Saison zurechtlegen, an einem Tag musst du da sein. Genau das macht ihn so besonders. Dazu kommt das Finale: Es gibt im deutschen Volleyball kaum ein Event, das so viele Menschen zusammenbringt. Wir haben den Pokal schon in die Höhe gestemmt, und ich weiß, wie sich das anfühlt. Dieses Gefühl will man gerne wiederholen.

Anders als in der Bundesliga gibt es im Pokal keine zweite Chance: Eine Niederlage bedeutet das sofortige Aus. Wie verändert dieser K.O.-Charakter die Vorbereitung und die Herangehensweise an ein Spiel?

In der Liga kann man ein schwaches Spiel hinnehmen, wenn man daraus lernt. Im Pokal hast du diesen Luxus nicht. Trainingssteuerung und Inhalte stellen wir deshalb nicht grundsätzlich um, aber die Spannung ist eine andere. Im Pokal entscheidet oft nicht die bessere Mannschaft, sondern die, die mit Druck besser umgeht.

In der vergangenen Saison habt ihr es bis ins große Pokalfinale geschafft und dort erst im Tiebreak gegen Suhl verloren. Welche Erinnerungen sind von diesem Tag geblieben – und spielt diese Erfahrung für die neue Pokalsaison noch eine Rolle?

Es tut immer noch weh, und das darf es auch. Wir waren letzte Saison die beste Mannschaft der Hauptrunde, sind dann aber miserabel ins Finale gestartet und standen mit dem Rücken zur Wand. Genau in diesem Moment haben wir es geschafft, uns zurückzukämpfen, das Spiel auszugleichen und im Tiebreak sogar in Führung zu gehen. Dass es am Ende trotzdem nicht gereicht hat und wir uns für so viele gute Dinge nicht belohnen konnten, war für alle traurig und schmerzhaft. Dieser Tag hat uns noch einmal eindrücklich gezeigt: In einem Finale geht es nicht allein um Taktik oder Qualität, sondern um Mentalität. Man muss in den entscheidenden Momenten mutig bleiben und darf nicht auf die Fehler der anderen warten. Diese Erfahrung ist für uns kein Ballast, sondern Antrieb.

Das Pokalfinale bekommt in dieser Saison mit der LANXESS arena in Köln eine neue Heimat. Ist dieses neue Ziel bereits etwas, über das man innerhalb der Mannschaft spricht, oder denkt ihr wirklich konsequent nur von Runde zu Runde?

Natürlich weiß jede im Team, wo das Finale stattfindet. Eine neue, große Arena ist ein starkes Bild, und davon darf man auch träumen. Im Alltag reden wir aber nicht über Köln, sondern über Dingolfing. Der Weg zum Finale beginnt gerade erst.

Zum Auftakt geht es für euch auswärts nach Dingolfing. Gerade solche Begegnungen gegen Mannschaften, denen man im normalen Bundesliga-Alltag nicht begegnet, gehören zum Pokal dazu. Was macht solche Spiele besonders – und worauf müsst ihr dabei achten?

Solche Spiele machen den Charakter und den Charme des Pokals aus. Für Dingolfing ist es ein absolutes Highlight: Die Halle wird voll sein, und die Mannschaft wird alles reinwerfen. Genau darauf müssen wir vorbereitet sein. Wir müssen respektieren, dass dieses Spiel für einige Spielerinnen das größte ihrer Karriere ist. Das tun wir, indem wir es genauso ernst nehmen wie ein Bundesliga-Topspiel. Respekt zeigt man, indem man vom ersten Ball an seine beste Leistung bringt.

Im Pokal treffen häufig Favoriten auf Teams, die völlig befreit aufspielen können. Wie schafft man es als Mannschaft, vom ersten Ballwechsel an die notwendige Konzentration und Intensität auf das Feld zu bringen?

Indem wir uns auf uns konzentrieren und nicht auf den Gegner. Wir haben klare Standards, was unser Spiel ausmacht: Aufschlagdruck, Disziplin in Block-Abwehr, Energie auf dem Feld. Die müssen wir unabhängig davon erfüllen, wer auf der anderen Seite steht. Gefährlich wird es, wenn man glaubt, es geht schon irgendwie. Dann kommt der Gegner ins Spiel, gewinnt Selbstvertrauen, und plötzlich steht man in einem Krimi. Das wollen wir vom ersten Ballwechsel an verhindern.

Und zum Abschluss: Was müsste deine Mannschaft in dieser Pokalsaison auszeichnen, damit die Reise möglichst lange geht?

Mut und Geschlossenheit. Unsere Qualität hat nie infrage gestanden, die haben wir letzte Saison bewiesen. Den Unterschied machen die Momente, in denen es kippen kann: ein 13:13 im Tiebreak, ein verlorener erster Satz. Wenn wir dann mutig bleiben, füreinander arbeiten und mit Überzeugung spielen statt mit Angst vor dem Fehler, dann kann diese Reise sehr lange gehen. Hoffentlich bis nach Köln.