Im ersten Spiel des Play-off-Viertelfinales der Volleyball Bundesliga gewann Allianz MTV Stuttgart zwar mit 3:2 (25:27, 25:16, 26:28, 25:16, 15:8) gegen Schwarz-Weiß Erfurt, überzeugte dabei jedoch nur phasenweise und offenbarte unerwartete Schwächen.
Vor heimischem Publikum in der SCHARRena tat sich der Favorit von Beginn an schwer. Stuttgart wirkte nervös, produzierte viele Eigenfehler und fand vor allem in der Annahme kaum Stabilität. Erfurt nutzte diese Unsicherheiten konsequent aus, setzte mit druckvollen Aufschlägen Akzente und entschied den ersten Satz verdient mit 27:25 für sich.
Zwar steigerte sich Stuttgart im zweiten Durchgang deutlich und dominierte diesen klar mit 25:16, doch die Leistung blieb insgesamt zu wechselhaft. Immer wieder schlichen sich Abstimmungsprobleme und unnötige Fehler ein, die den Außenseiter im Spiel hielten. Besonders im dritten Satz zeigte sich die fehlende Konstanz: Trotz zwischenzeitlicher Führung gelang es Stuttgart nicht, den Durchgang zu kontrollieren. In der entscheidenden Phase agierte das Team zu fehleranfällig und ließ Erfurt erneut mit 28:26 den Vortritt.
Auffällig war, dass Stuttgart über weite Strecken nicht die gewohnte Durchschlagskraft im Angriff entwickelte. Viele Aktionen wirkten zu durchschaubar, während gleichzeitig die defensive Absicherung lückenhaft blieb. Auch die Körpersprache ließ zwischenzeitlich die nötige Souveränität eines Hauptrundensiegers vermissen.
Erst im vierten Satz fand Stuttgart wieder zu mehr Stabilität und entschied diesen erneut deutlich mit 25:16 für sich. Doch selbst hier war es weniger eine konstant dominante Leistung als vielmehr eine Phase, in der Erfurt etwas nachließ. Im Tie-Break setzte sich schließlich die individuelle Klasse durch: Stuttgart minimierte die Fehlerquote und gewann mit 15:8.
Unterm Strich steht zwar ein Sieg für Stuttgart, doch die Leistung dürfte intern kritisch bewertet werden. Gegen einen mutigen, aber nominell unterlegenen Gegner zeigte der Favorit zu viele Schwankungen und ließ die sonst typische Dominanz vermissen. Für den weiteren Verlauf der Serie wird eine deutliche Leistungssteigerung notwendig sein, denn Schwarz-Weiß Erfurt hat eindrucksvoll bewiesen, dass es die Schwächen des Favoriten konsequent nutzen kann.
Fotos: Felix Koch
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