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Foto: Jens Körner - Bildermacher Sport

Foto: Jens Körner - Bildermacher Sport

Allianz MTV Stuttgart muss sich im ersten Play-Off-Halbfinale der Volleyball Bundesliga nach einem hochdramatischen Spiel dem Dresdner SC mit 2:3 (25:20, 18:25, 25:15, 22:25, 14:16) geschlagen geben. Nach fast zweieinhalb Stunden intensivem Volleyball vor 2.012 Zuschauern in der SCHARRena verpassten die Stuttgarterinnen trotz großem Kampf und einer 2:1-Satzführung den Auftaktsieg in der Serie.


Allianz MTV Stuttgart erwischte den besseren Start in die Partie. Zwar ging Dresden zunächst mit 3:4 und 7:8 in Führung, doch eine starke Serie der Stuttgarterinnen drehte den Satz. Mit fünf Punkten in Folge setzte sich Stuttgart auf 16:9 ab und kontrollierte fortan das Geschehen. Vor allem die vielen Aufschlagfehler der Dresdnerinnen, insgesamt sieben im ersten Satz, spielten den Stuttgarterinnen in die Karten. Beim Stand von 24:18 erspielte sich das Team von Cheftrainer Konstantin Bitter sechs Satzbälle und nutzte schließlich den dritten zum 25:20. 

Im zweiten Durchgang entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spiel, doch der Dresdner SC fand zunehmend besser in die Partie. Allianz MTV Stuttgart fehlte vor allem der Zugriff im Block, während die Gäste im Angriff deutlich effektiver agierten. Nach einer umkämpften Phase setzte sich Dresden nach drei Punkten in Folge mit 21:17 ab und erspielte sich wenig später sechs Satzbälle. Der Dresdner SC nutzte direkt den ersten zum 18:25 und damit zum Satzausgleich.

Der dritte Satz gehörte wieder Allianz MTV Stuttgart. Beim Stand von 4:4 setzten sich die Stuttgarterinnen mit fünf Punkten in Folge auf 9:4 ab. Auch kleinere Unterbrechungen durch Videobeweise sowie ein Punktabzug aufgrund eines Aufstellungsfehlers brachten Stuttgart nicht aus dem Konzept. Mit einer weiteren Fünf-Punkte-Serie zur Satzmitte erhöhte Allianz MTV Stuttgart auf 16:8 und dominierte nun vor allem im Blockspiel. Zwei Blockpunkte führten zum 20:11 aus Stuttgarter Sicht. Nach einem Angriffspunkt von Pauline Martin zum 24:15 hatte Stuttgart neun Satzbälle. Direkt der erste wurde durch einen Block von Pauline Martin und Melani Shaffmaster, MVP auf Stuttgarter Seite, zum 25:15 und der erneuten Satzführung genutzt. 

Auch im vierten Satz begann Allianz MTV Stuttgart stark und führte früh mit 4:0 und 6:2. Doch Dresden kämpfte sich zurück und glich beim 8:8 erstmals aus. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem sich kein Team entscheidend absetzen konnte. Nach drei Punkten in Folge vom Dresdner SC kippte das Spiel beim Stand von 17:18 aus Stuttgarter Sicht. In der Schlussphase nutzten die Dresdnerinnen ihre Chancen konsequenter, setzten sich nach erneutem Videobeweis auf 21:18 ab und sicherten sich mit 25:22 den Satzausgleich.

Der Tiebreak musste somit die Entscheidung bringen. Und dieser hielt, was das Spiel versprach. Allianz MTV Stuttgart startete stark und ging mit 4:1 in Führung, musste jedoch im Anschluss eine Dresdner Serie hinnehmen. Beim Seitenwechsel lagen die Gäste mit 8:6 vorne. Doch Stuttgart kämpfte sich zurück: Vor allem Geburtstagskind Eleanor Holthaus, die an diesem Abend ihren 26. Geburtstag feierte, konnte in dieser Phase mehrmals mit starken Linienbällen punkten und brachte Allianz MTV Stuttgart mit 9:8 zurück ins Spiel. Mit fünf Punkten in Folge drehte das Team den Satz und erspielte sich beim Stand von 14:11 drei Matchbälle. Was folgte, war an Dramatik kaum zu überbieten: Der Dresdner SC wehrte alle Matchbälle ab und glich zum 14:14 aus. Am Ende entschied ein Videobeweis (Übertritt auf Stuttgarter Seite) die Partie zugunsten der Gäste, die den Tiebreak mit 16:14 für sich entschieden.

Am Ende steht eine äußerst bittere Niederlage für Allianz MTV Stuttgart, die für ihren Kampf leider nicht belohnt wurde.

Viel Zeit zum Hadern bleibt allerdings nicht: Bereits am Mittwoch, den 08. April 2026, bietet sich in Dresden die nächste Chance, die Serie auszugleichen. Trotz der Enttäuschung ist noch alles offen. Mit derselben Leidenschaft wie heute und lautstarker Unterstützung im Rücken wollen die Stuttgarterinnen zurückschlagen und ein entscheidendes drittes Spiel vor heimischer Kulisse erzwingen.