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Das erste Mal Grund zum Jubeln. Simone Lee, Ilka van de Vyver und Juliet Lohuis feiern den 3:0-Auftaktsieg. Foto: Moritz Bosold

Das erste Mal Grund zum Jubeln. Simone Lee, Ilka van de Vyver und Juliet Lohuis feiern den 3:0-Auftaktsieg. Foto: Moritz Bosold

Allianz MTV Stuttgart ist mit einem 3:0-Sieg (25:23, 28:26, 25:21) über Schwarz-Weiß Erfurt in die diesjährige Volleyball-Bundesliga Saison gestartet. Vor insgesamt 1.207 Zuschauern in der SCHARRena taten sich die Mädels von Coach Tore Aleksandersen gegen die immer kämpfenden Thüringerinnen aber über weite Strecken des Spiels durchaus schwer.


Unter dem Strich standen dann am Ende die drei Punkte. Ein Auftaktsieg, der wichtig war, ist doch das erste Saisonspiel immer etwas spezieller als die noch Kommenden. Zumal die Favoritinnen aus Schwerin und Dresden ihrerseits Punkte liegen ließen. Insgesamt kann man also den Auftakt getrost als Erfolg betiteln. Dennoch war es ein Spiel, das einige tiefere Wahrheiten aufzeigte. Erstens muss sich eine Mannschaft immer erst einspielen. Zweitens hat „Stuttgarts schönster Sport“ dieses Jahr wohl einen der ausgeglichensten Kader der Liga. Drittens gehört zu jedem Spiel ein Gegner (und mit dem vermeintlichen Underdog Erfurt war es ein unangenehmer). Und viertens ist die Festung SCHARRena mit den zurückkehrenden Fans wertvoll wie eh und je.

Tore Aleksandersen schickte zu Beginn die Aufstellung auf die Platte, welche sich schon in der Vorbereitung als vermeintliche Wunschlösung des Coaches herauskristallisiert hatte. Auf Zuspiel begann Neuzugang Ilka van de Vyver, im Mittelblock sollte Eline Timmerman an der Seite von Juliet Lohuis die ersten Akzente setzen. Sonst bekamen die Fans die gewohnte Achse um Krystal Rivers, Maria Segura und Roosa Koskelo angeboten. Hester Jasper agierte zunächst in der Annahme.

Den ersten Punkt der neuen Saison konnte dann Einpeitscherin Maria Segura für sich verbuchen. Trotz oder vielleicht gerade wegen aller Euphorie über den Saisonstart und die volle Hütte bestimmten am Anfang viele Fehler auf beiden Seiten das Geschehen. Vermeintlich absetzen konnten sich die Gastgeberinnen bei der ersten technischen Auszeit (8:5), doch Erfurt ließ sich nicht abschütteln. Waren in der Anfangsphase noch Hester Jasper und Maria Segura die prägenden Figuren nahm nun Kapitänin Krystal Rivers mehr und mehr das Heft in die Hand. Ihr Service-Winner zum 17:12 sorgte für die höchste Führung in Satz Eins und auch sonst war die US-Amerikanerin ein ständiger Gefahrenherd. Auch Ilka van de Vyver setze gute Akzente, ehe die aus Aachen gekommene Eline Timmerman mit ihrem Block zum 20:16 die SCHARRena zum Beben brachte. Wer jetzt allerdings dachte, die Mädels in Blau würden den Durchgang routiniert zu Ende spielen, der sah sich getäuscht. Drei Satzbälle wehrten die Gäste ab, ehe Hester Jasper den Sack schließlich zuschnürte – 25:23 hieß es am Ende. Erfurt wechselte viel, hielt aber mit der runderneuerten Mannschaft sehr gut dagegen. Ein Spaziergang, das war spätestens zu diesem Zeitpunkt klar, würde dieser Auftakt nicht werden.

Der zweite Satz war dann ein Spiegelbild des ersten Durchgangs. Ein ewig währender Ballwechsel zu Beginn läutete ihn ein, wieder war es Hester Jasper die mit ihrer unfassbaren Sprungkraft für das erste Highlight sorgte. Mit ihrem Kopf gut und gerne einen Meter über dem Netz drosch sie den Ball zum 5:3 ins Erfurter Feld. Dann übernahm Landsfrau Eline Timmermann, zeigte erst ihr feines Händchen mit einem Lob über den heranfliegenden Gäste-Block und stopfte eben jenem dann resolut eine missglückte Abwehr vor die Füße. Als die Nummer Neun dann kurz darauf den Mittelblock in Schwarz ein Weiteres Mal alt aussehen ließ, bat Gästecoach Konstantin Bittner die Seinen zur Auszeit (12:8). Als dann die dritte Oranje-Akteurin Juliet Lohuis, zuvor noch recht unauffällig, im ersten Tempo heiß lief und die Schützlinge von der Erft zu viele Eigenfehler begingen, da wähnte man sich auf Stuttgarter Seite zur zweiten technischen Auszeit schon auf der sicheren Seite. Doch wieder bissen sich die Gäste zurück ins Spiel. Das Trainerteam versuchte kommunikativ dagegen zu wirken, gerade Faruk Feray instruierte mehrfach sogar die Wechselspielerinnen. Allein es half nichts, beim 24:24 jubelte der Gast ausgelassen über den Ausgleich. In der Crunch-Time war dann die gewohnt lautstarke Maria Segura die klare Frau der Lage. Erst besorgte sie mit Energieleistungen etliche Führungen, ehe dann Erfurt den Fehler machte. Es stand 2:0.

Im dritten Satz gönnte Tore Aleksandersen dann Ilka van de Vyver eine Pause, Julia Nowicka kam für die Belgierin aufs Feld. Diese fügte sich gleich glänzend mit dem ersten Tempo auf Eline Timmerman ein. Und doch war es ein Abschnitt, der eher von Erfurt bestimmt wurde. Gerade Antonia Stautz und Hillary Hurley, die beide zweistellig punkteten, bereiteten der Abwehr um die gewohnt solide Roosa Koskelo Probleme. Doch wieder einmal MVP Krystal Rivers (25 Punkte) und ein stabiler Block sorgten für die Wende. Schlussendlich war es Maria Segura vorbehalten, das Spiel zuzumachen.

Alles in allem also ein solider Auftakt für unsere Mädels, zunächst grüßt man gemeinsam mit Münster und Vilsbiburg von der Tabellenspitze. Zu Letztgenannten geht es am Samstag zum ersten Auswärtsspiel dieser Spielzeit.